Statement

Meine grösste Angst war schon immer, unverstanden zu sein. Ich habe so oft erlebt, daß meine Wahrnehmungen negiert oder abgeschwächt wurden, seit früher Kindheit an und langsam verstehe ich besser, warum das so ist.
Es ist wahrscheinlich wirklich nur sehr schwer nachvollziehbar, wie ich bin, und was ich fühle. Die Masse meiner Eindrücke und die heftigen Themen, mit denen ich, vor allem zur Zeit, pausenlos um mich werfe, das hohe Mass an Leiden, von dem ich berichte, und dazwischen die scheinbar unangemessene Blödelei und hoffnungsvolle Gedanken, das wird irgendwann jedem wohl zuviel.
Wenn schon ich im Moment von diesem Wust, der nicht nur in meinem Inneren, sondern auch im Aussen stattfindet, permanent überfordert bin, obwohl ich als Hochsensible an so etwas relativ gewöhnt bin, wie soll das jemandem anderen gelingen, vor allem über so eine lange Zeit?
Ich habe mich, als ich dieses Forum für Hochsensible entdeckt hatte, eine Weile dort rumgetrieben, und festgestellt, daß da Hunderte von Menschen sind, die genau solche starken Wahrnehmungen haben, sich genau mit den Gleichen seelischen und gesundheitlichen Problemen rumschlagen, und mit den Reaktionen der Aussenwelt genauso frustrierende Erfahrungen durchlebt haben. Zum Teil war das für mich eine Offenbarung, und hat mir viel von meinen immer vorhandenen Schuldgefühlen ein "schwieriger Fall" zu sein, erleichtert, man bekommt Tipps, und Verständniss, und kann überall mitfühlen. Dennoch habe ich es irgendwann vorgezogen, mich nicht zuviel dort zu bewegen, weil es mich letztlich noch mehr von anderen Menschen entfernt, und ich das Gefühl habe, zu stagnieren, wenn ich mich nur noch auf andere hochsensible Menschen konzentriere. Es gibt auch da eine gewisse Arroganz, (die natürlich eine Schutzreaktion auf die Arroganz der Leute ist, die Hochsensible als zickig und beifallheischend abtun), aber es gefällt mir nicht so gut, das wiederspricht meiner eigenen Art, ich will nicht in einer Art Herde landen, und mich nur trösten lassen, obwohl das natürlich sehr guttut. Ich möchte lieber hier draussen, bei Euch sein, und bei der Schilderung des Lebens einer Hochsensiblen neues Verständniss bewirken, für mich, und damit auch für alle Menschen, die diese Eigenschaft haben, und darüber nicht schreiben können, und die starken Einschränkungen, die so eine Eigenschaft mit sich bringt, irgendwie in ihr Leben intergieren müssen, weil sie sonst gar nicht überleben könnten. Die von ihren Mitmenschen Spott und Unverständniss ernten, und ihr wundervolles Potential niemals wirklich entfalten können, weil der Alltag ihre gesamte Kraft fordert. Die, WEIL sie so hochsensiblel sind, an dem Spott und dem Unverständniss eingehen können, weil ihr Umfeld sie allein lässt.
Darum schreibe ich weiter, denn wenn ich nur ein klitzekleines Bisschen Verständniss in dem einen oder anderen Menschen bewirken kann, habe ich viel erreicht. Vielleicht sieht der eine oder Andere hochsensible Menschen in seinem Umfeld mit neuen Augen, vielleicht gehört der Eine oder Andere fortan nicht mehr zur Gruppe der Spötter oder Verständnisslosen, sondern vermag seine Augen einer anderen Realität ein bisschen zu öffnen. Vielleicht versteht sich auch der Eine oder Andere selbst ein bisschen besser.
Ich selbst konnte früher nie verstehen, WARUM mich andere nicht verstehen können. Ich habe nur meine eigenen Referenzpunkte, und glaubte, daß alle Menschen so sind, doch dasselbe fühlen müssten wie ich.
Das Schreiben dieses Blogs hilft mir auch, mit der Tatsache besser klarzukommen, daß es nicht so ist, hilft auch MIR, besser zu verstehen, hilft mir letztlich, über Spott und Unverständniss besser hinwegzukommen.
Die sicher leider manchmal auch unangenehmen Gefühle, die mein Blog bei manchen Lesern hervorrufen mag, erlauben vielleicht manchmal einen direkten Blick in meine Gefühlwelt und deren Intensität. Vielleicht eine Ahnung meiner Realität.
Ich habe mich viele Jahre für mich geschämt, war viele Jahre allein mit allem, und sicher wäre das Leben leichter für mich, würde ich mich von allem entfernen, was mich stresst, aber das hiesse, zu resignieren, mich abfinden, mich kleinmachen und ruhigstellen, und das ist kein Leben, für mich wäre das das Ende.
Das darf ich nicht tun, weil ich es mir selbst nie verzeihen würde, nicht alles versucht zu haben.
Ich habe selbst nicht ahnen können, daß sich mein Blog so entwickelt, ich bin selbst überrascht wieviel da aus mir rausdrängt, und wie sehr es mir im Moment hilft, mich NICHT aufzugeben, und nicht zu verbittern, was ich entsetzlich fände. Irgendwann kommen auch wieder bessere Zeiten, und ich werde Euch auch immer wieder mit Blödeleien und schönen Bildern zu erfreuen versuchen, und danach trachten, auch die schönen Seiten meines Lebens zubeschreiben, denn auch da herrscht Intensität.

Ich danke für Eure Aufmerksamkeit!
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Ah super, da bin ich...
Ah super, da bin ich beruhigt, vielen Dank :-)!
Rössle - 2018/05/31 19:35
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Das kann ich beantworten, denn ich habe beide Blogs...
NeonWilderness - 2018/05/31 19:32
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Ich hoffe du hast mitbekommen, daß twoday heute seine...
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Thiara - 2016/04/07 09:31
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Heinrich.Sch - 2016/02/01 16:50
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